Der Frühe Vogel findet eigentlich jeden ersten Donnerstag im Monat statt.  Doch dann im Februar kam Corona. Seitdem hatte es bisher kein realen Frühen Vogel mehr gegeben, und das Netzwerkfrühstück musste ins Netz ausweichen. So war es um so schöner,  endlich in einer Kaffeeschlange im TRAFO Hub zu stehen. Diesmal zu Gast: Produktionsleiterin Lea Helen Hepe.

Dieses Mal war Lea Hepe zu Gast, die nicht nur ein super leckeres Bananenbrot  mit brachte, sondern auch über das Projekt „Performing Data“ der Künstlergruppe Laokoon berichtete. Die gebürtige  Wolfsburgerin studierte in Berlin und Spanien Fernsehjournalismus. Nach ihrem  Studium begann Sie ihre Karriere bei RTL2 als Producerin. Nach etwa einem Jahr  verließ sie ihren sicheren Hafen, um ein halbes Jahr auf Reisen zu gehen.  Lea landete anschließend bei Trixstar, die unter anderem an Filmen wie Homecoming oder Spiderman mitgewirkt haben. Doch Lea fehlte schnell der Bezug zu der  Recherche, die ein sehr großen Teil der journalistischen Arbeit ausmacht und dem eigentlichen Filmset. Darum hat Sie Trixstar nach einem Jahr verlassen und landete bei einer neuen Produktionsfirma, die unter anderem Dokumentarfilme für Arte und ZDF drehte. 

Daten über Daten über Datendoppelgänger

Jeder von uns bewegt sich jeden Tag bewusst in einer Welt aus Daten. Mit jeder  Information, die wir irgendwo eingeben, desto deutlicher ist es möglich einen  Digitalen Doppelgänger von uns zu zeichnen. Für viele mag das wie ein guter Krimi, Thriller oder Mystery klingen. Doch sind wir  uns wirklich bewusst, wie viel Mediengiganten wie Google, Facebook und Co  tatsächlich über uns wissen? Wenn jemand nach der Herausgabe der gesammelten Daten fragt, wird er nicht  weiter Auskunft als die letzten fünf Jahre erhalten. Zudem beruhen diese Daten nur auf einen geringen Prozentsatz, den die Mediengiganten über uns wissen.

Dank  Handy, Tablet und Co. wissen diese über jeden Schritt Bescheid, den wir jeden Tag tun. Selbst wenn diese Geräte ausgeschaltet sind, ist es möglich, dass die Internetgiganten jeden einzelnen Schritt nachverfolgen. Das beginnt und endet nicht mit dem Wissen, welche Geschäfte wir ansteuern,  sondern geht sogar soweit, dass Facebook und Google wissen, wie lange wir ein Bild  im Netz ansehen. Aufgrund dieser gesammelten Daten können Facebook und Google personalisierte  Werbung schalten und uns so manipulieren. Jeder weiß, dass es geschieht. Doch  füttern wir jeden Tag aufs neue die Datenkraken mit unseren Informationen. 

So ist es es auch nicht verwunderlich, dass Facebook und Google die Entwicklung  von Chips vorantreiben, die abgestorbene Regionen in unserem Gehirn wieder erwecken sollen, Blinde wieder sehen oder Querschnittsgelähmte wieder gehen lassen. Dieser Fortschritt klingt zunächst nach einem Segen, doch wenn es möglich ist  Signale ins Gehirn zu funken, wird es auch möglich sein, Persönlichkeiten mit Hilfe  eines Chips soweit zu verändern und zu manipulieren, dass man sich für etwas völlig  anderes interessiert. Dadurch wird es möglich sein, einen Menschen zu einem Instrument für ganz andere Zwecke zu machen. 

Your Data, Your Doppelgänger, A Performer

Das Schlimme daran ist, dass wir uns kaum vor der täglichen Manipulation und der  Beobachtungswut von Facebook, Google und Co. schützen können. Die vermutlich  einzige Möglichkeit sich zu schützen ist es, elektronische Geräte nicht bei sich zu  tragen und völlig auf sie zu verzichten. Die Künstlergruppe Laokoon startete dazu ein Projekt, um diese Daten von Google, Facebook und Co. mit  professionellen Datenanalysten zu sammeln und auszuwerten. Wie viel können  Datenanalysten wohl über einen in Erfahrung bringen, ohne jemals mit jemanden  gesprochen zu haben? 

Laokoon glaubt das, was die Internetkonzerne über einen in Erfahrung bringen  können, ausreicht, um genau diesen digitalen Doppelgänger zu zeichnen. Ein Performer wird versuchen, die zusammengetragenen Informationen auf einer Bühne als Theaterstück zu imitieren. Informationen, die fehlen, werden entweder von dem  Performer als Reenactment gefüllt oder durch die Datenanalysten berechnet. Welche  Interessen, Wünsche oder Verhaltensweisen man selbst aufweist, ohne überhaupt Daten hinterlassen zu haben.  

Auch steht hinter der Frage, wie Lobbyisten, Versicherungen oder die  Konsumwirtschaft, die Meinung beeinflussen können, um zum Beispiel dieses oder  jenes zu kaufen oder diese oder jene Partei zu wählen. Dieses spannende Experiment begann am 13.11.2019 und ist bereits in seiner  Hochphase dem Auswerten der gesammelten Daten. Die KreativRegion wird natürlich wie andere Themen auch, dieses weiter verfolgen.

Weitere Informationen findet ihr unter: https://de.performingdata.org/

Der Beitrag stammt von unserer ehrenamtlichen Bloggerin Rebecca Dianne Hoffman.

Tätigkeit: Jungautorin, Buch- und Textmarkt, Bloggerin

Vorlieben: Ruhige Orte, Bäume, Buchstaben, Wörter und diese in eine logische Reihenfolge zu bringen und selbstverständlich Bücher.

Über mich: Hallo zusammen!

Ich bin Rebecca. meistens laufe ich beim „Frühen Vogel“ mit einem Notizbuch rum oder habe es meistens in der nähe liegen, um Notizen zu Blogbeiträgen zu verfassen oder entlaufende Ideen einzufangen. Ich bin eine kreative Chaotin, die zwischen den Zeichnungen meiner Mutter aufgewachsen ist. So ist es nicht verwunderlich, dass ich seit dem ich ein Stift halten kann auch schreibe. Aber Geschichten habe ich mir schon mir ausgedacht, da konnte ich grade mal meine ersten Sätze brabbeln. Mein erster Charakter „Summi“ sah aus wie ein gelbes eiförmiges Etwas, es lebte in einem Magen und aß gerne Schokolade. Etwas später, zum Leidwesen meiner Eltern, veranstaltete ich mit meinem damaligen Lieblingscharakter „Kasimir“ einer gestreiften, auf zwei Beinen laufenden Katze und allen anderen Charakteren, Teepartys auf dem Klo.

Während meiner Schulzeit fing ich dann an meine Charaktere doch in ihre Welten auf Abenteuer zu schicken. Generell würde ich mich als eine introvertierte aber dennoch offene Person beschreiben, die schüchtern sein kann, aber wenn man mich zum reden bringt, reden kann wie ein Wasserfall. Ich würde mich freuen dich bei dem „Frühen Vogel“ oder anderen Events zu treffen. Vielleicht ist mein nächster Blogbeitrag ja über dich?